Behandlungen und Untersuchungen in der Tiermedizin
Hier steht eine kleine Übersicht über die verschiedenen
Untersuchungsmöglichkeiten beim Frettchen in der Kleintierpraxis.
Je nach Tier bzw. nach Krankheit geben diese Untersuchungen einen
weiteren Einblick in den Gesundheitszustand des Patienten. Nicht
alle Untersuchungsmöglichkeiten sind bei jedem Tierarzt durchführbar.
Gerade wenn in einer Kleintierpraxis manche Geräte nicht
zur Verfügung stehen, wird man für spezielle Untersuchungen
meistens an andere Tierärzte überwiesen. Untersuchungsmaterial,
das entnommen wurde, wird teilweise in größere Labore
zur Untersuchung geschickt.
Allgemeine Untersuchung
Bevor
der Tierarzt mit der tiefergehenden Untersuchung anfängt,
wird er sich erst einmal einen Gesamteindruck des Tieres verschaffen
wollen. Dabei achtet der Tierarzt auf das Benehmen des Tieres,
wie fit dieses ist bzw. wie das Tier auf manche Bewegungen und
Situationen reagiert. Durch eine einfache Berührung des Felles,
der Haut oder der erkrankten Stelle kann der Tierarzt sich einen
weiteren Eindruck verschaffen. Außerdem wird er auf eventuell
vorhandene Hustengeräusche, Atemgeräusche, Lähmungserscheinungen,
Beeinträchtigungen der Gangart oder auf sonstige Abweichungen
von einem gesunden Benehmen achten. Zum ersten Überblick
des Gesundheitszustandes gehören auch das Fiebermessen und
die Beschreibungen des Tierhalters. Umso genauer diese sind, umso
besser kann sich der Tierarzt über den Krankheitszustand
des Tieres ein Bild machen.
Neben der ersten allgemeinen Untersuchung ist das Abhören
des Herzens eine wichtige Untersuchungsmöglichkeit. Beim
Impfen wird das Herz in der Regel immer abgehört, um eine
Herzerkrankung rechtzeitig zu erkennen. Mit dem Stethoskop überprüft
der Tierarzt die Herztöne, ob diese regelmäßig
bzw. unregelmäßig sind, ob Nebengeräusche oder
sonstige Hinweise auf eine Erkrankung zu hören sind. Das
Messen des Pulses bzw. die Überprüfung der Schleimhäute
geben ebenfalls einen wichtigen Hinweis, wie stabil das Herz-Kreislaufsystem
ist.
Elektrokardiogramm (EKG)
Diese Untersuchungsmethode ist beim Frettchen möglich aber
eher selten. Bei einem EKG werden die elektrischen Aktivitäten
des Herzmuskels aufgezeichnet und in einer Kurve dargestellt.
Anhand dieser Kurve kann der Tierarzt z.B. erkennen, ob das Herz
regelmäßig schlägt (Herzrhythmus), die Herzfrequenz
und die Funktionalität von den Herzkammern und den Herzvorhöfen.
Normalerweise wird in der Tierarztpraxis ein Ruhe-EKG angewendet.
Diese Art von EKG dauert nicht lange, dem Tier werden dabei an
allen Pfoten die Messklemmen angeheftet. Von der Untersuchung
an sich spürt das Tier nichts. Weitere Informationen zum
Herz stehen auf der Seite Herz-Kreislaufsystem.


Ultraschall (US)
Die häufigsten Ultraschallarten beim Frettchen ist der Herzultraschall
und der Abdomenultraschall (Bauchraum). Beim Ultraschall wird
mit Frequenzen gearbeitet, je nach dem auf was man im Körper
schallt werden sie reflektiert (gedämmt) oder absorbiert
(verschluckt). Unterschiede wie z.B. luftgefüllte Organe
bzw. mit Flüssigkeit gefüllte Organe sieht man auf dem
Bildschirm des Ultraschallgerätes (helle/dunkle Stellen).
Ein Vorteil dieser Untersuchungsart ist die Flexibilität.
Der Tierarzt kann mit dem Ultraschallkopf solange ein Organ betrachten
und abmessen wie es nötig ist. So lässt sich z.B. wunderbar
kontrollieren ob der Rhythmus beim Herz intakt ist, ob die Herzklappen
richtig schließen oder allgemein gesagt: ob das Herz richtig
arbeitet. Allerdings dauert diese Untersuchungsmöglichkeit
etwas länger und der Patient sollte dabei möglichst
ruhig liegen bleiben.


Röntgen
Neben dem Ultraschall ist Röntgen eine der häufigsten
Untersuchungsmöglichkeit in der Kleintierpraxis. Beim Röntgen
wird der Körper des Patienten durchstrahlt, je nachdem wie
die Dichte des durchstrahlten Gewebes/Materials ist, umso heller
und deutlicher erkennt man es später auf dem Röntgenbild.
Somit sind z.B. Knochen oder verschluckte Fremdkörper wie
Metalle am hellsten. Häufig werden auch Kontrastmittel in
der Medizin verwendet, damit einige Bereiche auf dem Röntgenbild
besser dargestellt werden können. Beim Röntgen erhält
man ein Standbild vom aktuellen Zustand des Patienten. Meistens
werden die Patientenbesitzer nicht mit zum Röntgen genommen.
Sollte ein Patientenbesitzer doch mit dabei sein, muss dieser
über 18 Jahre alt sein und nicht schwanger.

Endoskopie
Auch diese Untersuchungsmöglichkeit ist zwar in der Tiermedizin
möglich, wird aber nur sehr selten beim Frettchen angewendet.
Bei einer Endoskopie wird ein Schlauch in die Körperöffnungen
(Mund, After) geschoben um die Körperhohlräume an einem
Monitor betrachten zu können. Ein Endoskop wird immer häufiger
bei Operationen (sowohl beim Menschen als auch beim Tier) eingesetzt.
Entnahme von Untersuchungsmaterial
Sehr häufig werden vom Patienten Körperflüssigkeiten,
Gewebsproben oder anderes Untersuchungsmaterial entnommen, um
es im Labor oder beim Pathologen untersuchen zu können.
Biopsie (Gewebeprobe)
Bei einer Biopsie wird etwas Gewebe entnommen, der Pathologe untersucht
das entnommene Gewebe (Bioptat) auf eine krankhafte Veränderung.
Bei einer Biopsie kann man z.B. auch feststellen, ob ein Tumor
gutartig oder bösartig ist oder ob bei einer Operation das
hinterbliebene Gewebe bei der Schnittstelle ebenfalls krankhaft
ist bzw. ob das krankhafte Gewebe komplett entfernt wurde.
Punktion (Körperflüssigkeiten)
Bei einer Punktion wird eine Probe von Gewebsflüssigkeit
genommen. Gewebsflüssigkeiten sind z.B. Blut, Harn, Knochenmark,
Gelenksflüssigkeit (Synovia), Hirnwasser (Liquor cerebrospinalis)
und Flüssigkeit im Bauchraum (Peritonealflüssigkeit).
Die entnommene Gewebsflüssigkeit (Punktat) wird anschließend
im Labor untersucht. Die häufigste Entnahme von Körperflüssigkeiten
ist die Blutentnahme.
Abstrich
Einen Abstrich kann man mit einem Tupfer entweder von den Schleimhäuten
(z.B. Schnauze, Harnröhre, Scheide, After) gewinnen oder
bei einer offenen Wunde. Je nachdem welchen Abstrich man macht,
kann man diesen entweder auf die Zellbestandteile untersuchen
lassen (zytologischer Abstrich) oder auf Viren, Pilze, Bakterien
und tierische Einzeller (mikrobiologischer Abstrich). Der entnommene
Abstrich wird entweder ausgestrichen und unter dem Mikroskop beurteilt
(beim zytologischen Abstrich) oder auf einen Nährboden ausgestrichen
(beim mikrobiologischen Abstrich). Nach einigen Tagen erkennt
man dann, ob sich die Viren, Pilze, Bakterien oder tierischen
Einzeller (Protozoen) vermehrt haben und kann diese auswerten.
Haut & Fellproben
Gerade bei einem Pilztest werden meistens nicht nur Abstriche
genommen, sondern auch Hautschuppen, Haare und Krusten von den
betroffenen Stellen. Auch bei einem Parasitentest werden häufig
Proben von der Haut bzw. vom Fell entnommen.


Narkose (Anästhesie)
Eine Narkose wird sowohl bei einer routinemäßigen
Kastration als auch bei aufwendigen Operationen angewandt. Die
Narkosemittel werden dem Tier meistens intravenös, d.h. in
die Vene gespritzt. Eine Narkose besteht aus 3 Phasen. Bei der
Einschlafphase beginnen die Medikamente zu wirken und das Tier
dämmert langsam in einen Schlaf. Bei der Tiefschlafphase
kann die Operation stattfinden. Inzwischen sind das Bewusstsein
(Amnesie), der Schmerz (Analgesie), die Muskelreflexe (Muskeltonus,
Relaxantion) und auch die restlichen Reflexe (Areflexie) ausgeschaltet.
Je nach Bedarf und Narkoseart werden dem Patienten entweder weiterhin
venös Narkosemittel zugeführt (Injektionsnarkose) oder
durch eine Gesichtsmaske Narkosemittel und Sauerstoff verabreicht
(Inhalationsnarkose). In der Aufwachphase verliert das Narkosemittel
langsam seine Wirkung. Meistens wird ein Gegenmedikament zur Narkose
gespritzt, um die Wirkungen des Narkosemittels aufzuheben.