Sinnesorgane bei Frettchen
Sowohl Menschen als auch Tiere verfügen über fünf
Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten). Falls
mindestens ein Sinn weniger oder gar nicht ausgebildet sein sollte,
übernehmen die anderen Sinne die fehlende Funktion. So sind
z.B. bei einem Blinden die anderen Sinne wie Hören und Tasten
wesentlich besser ausgebildet als es normalerweise üblich
wäre. Manche Sinne arbeiten grundsätzlich eng miteinander.
So funktioniert z.B. der Geschmackssinn nur richtig mit dem Geruchssinn,
die Augen spielen bei der Geschmackserkennung ebenfalls eine gewisse
Rolle. Neben den natürlichen fünf Sinnen gibt es noch
den sogenannten 6. Sinn für alles Unnatürliche, das
man ohne die ersten fünf Sinne wahrnimmt. Besonders im Tierreich
ist dieser zusätzliche Sinn bei einigen besonders ausgebildet.
Details zu den einzelnen Sinnen stehen in Kurzform auf dieser
Seite.
Der 1. Sinn: Sehen (Visuelle Wahrnehmung)
Gesehen wird bekanntlich mit dem Auge. Frettchen sind Jagdtiere,
somit haben sie nach vorne gerichtete Augen, die Augen von Fluchttieren
sind seitlich angeordnet. Alle Reize die das Auge aufnimmt, gelangen
über die Hornhaut (Cornea) zur Netzhaut und anschließend
zur Linse die direkt dahinter liegt. Durch Muskeln kann sich die
Linse an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen, die
Pupillen verändern sich dementsprechend. Lichteinflüsse
werden von der Netzhaut (Retina) gesammelt, zusammengeführt
und verarbeitet. Hier befinden sich normalerweise die Farbzapfen,
die für das farbige Sehen verantwortlich sind und die Stäbchen,
die für die Unterscheidung von Hell und Dunkel verantwortlich
sind. Frettchen sehen keine Farben, da in den Netzhäuten
der Augen keine Farbzapfen vorhanden sind. Alle Informationen
werden von der Netzhaut weiter über den Sehnerv (nervus opticus)
an das Gehirn geschickt, dort wird das Gesehene weiter verarbeitet
und ausgewertet. Die Stelle wo der Sehnerv das Auge verlässt
bezeichnet man als „blinder Fleck“. Geschützt
wird das Auge äußerlich durch das Augenlid, den Wimpern,
der Bindehaut und einem sogenannten Lidschlussreflex. Die Augenlider
schließen sich reflexartig wenn etwas ins Auge fliegt, zum
Säubern der Augen wird Tränenflüssigkeit vom Tränensack,
der direkt beim Auge liegt, hergenommen.

Der 2. Sinn: Hören (Auditive Wahrnehmung)
Die Ohren der Frettchen sind sehr beweglich, sie nehmen auch
leise Geräusche von ihrer Umgebung wahr. Gehört wird
mit Hilfe von Schwingungen, diese kommen als Schall zum Ohr und
werden vom Außenohr (der Ohrmuschel) empfangen. Die Schwingungen
werden weiter durch den Ohrkanal zum Mittelohr geleitet, wo auch
das Trommelfell sitzt. Anschließend wird der Schall über
die drei Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel)
durch die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) zum Innenohr geleitet.
Im Innenohr gelangt der Schall in die Gehörschnecke, wo er
in Nervenimpulse umgewandelt wird. In der Nähe der Gehörschnecke
liegt auch der Gleichgewichtssinn (Bogengänge). Anschließend
werden die Nervenimpulse durch den Hörnerv (nervi cochleares)
an das Gehirn weitergeschickt, wo diese verarbeitet werden. Mit
Hilfe der Ohren wird nicht nur Schall aufgenommen, sondern auch
herausgefunden wo die Schallquelle ist. Je nachdem aus welcher
Richtung der Schall kommt trifft er zuerst auf eines der beiden
Ohren. Durch diese kleine Zeitverschiebung und mit Hilfe des Gleichgewichtssinns
kann die Schallquelle identifiziert werden.

Der 3. Sinn: Riechen (Olfaktorische Wahrnehmung)
Gerade im Tierreich spielt das Riechen, auch Schnüffeln
genannt, eine sehr wichtige Rolle. Frettchen haben eine sehr gute
Nase und können auch leichte Gerüche wahrnehmen. Die
Nase kann entweder fleischfarben oder leicht bis stark pigmentiert
(gefärbt) sein. Obwohl die Welpen nackt und blind auf die
Welt kommen, besitzen sie bereits bei der Geburt einen vollständigen
Geruchssinn. Frettchen haben wie wir Menschen vorne eine Nasenspitze,
einen Nasenrücken, der von der Nasenspitze nach oben geht,
an der Seite Nasenflügel und eine Nasenwurzel, die an der
anderen Seite der Nasenspitze liegt. Hinter den Nasenlöchern
befinden sich die Nasenhöhlen mit drei Nasenmuscheln (Conchae
nasales), dies sind nach innen ragende Nasenaußenwände,
die den Luftstrom aufwärmen und lenken. Die obere Nasenmuschel
ist mit Riechschleimhaut und Sinneszellen ausgebildet, hier werden
die Düfte aufgenommen und mit Hilfe des Riechnervs (nervus
olfactorius) zum Gehirn befördert.
Der 4. Sinn: Schmecken (Gusatorische Wahrnehmung)
Süß, salzig, sauer, bitter und herzhaft, alle Grundtypen
von Geschmacksrichtungen werden von Frettchen wahrgenommen. Die
Zunge selbst besteht aus Muskeln und Schleimhäuten, sie ist
mit Muskelfasern, Nerven und Blutgefäßen ausgestattet.
Auf der Oberfläche befinden sich viele Geschmacksknospen
(Geschmackspapillen) für die unterschiedlichen Grundtypen
der Geschmäcker, wobei die meisten im hinteren Drittel bei
der Zungenwurzel liegen. Weitere Geschmackspapillen befinden sich
in den Mundschleimhäuten. In den Geschmacksknospen befinden
sich Sinneszellen, diese geben die Reize an den Geschmacksnerv
(nervus glossopharyngeus) weiter, damit sie zur Weiterverarbeitung
ins Gehirn befördert werden können.

Der 5. Sinn: Tasten (Taktile Wahrnehmung)
Berührungen sind bei einer sozialen Tierart sehr wichtig,
nebenbei werden durch die Haut auch noch wichtige Informationen
wie z.B. Druck, Berührung, Juckempfinden, Muskelempfinden,
Kitzelempfinden, Wärme, Kälte und Schmerz übermittelt.
In der Haut befinden sich freie Nervenendigungen, dies sind Nerven
die blind enden, Reize die auf die Haut einwirken, werden somit
von den freien Nervenendigungen wahrgenommen und weitergeleitet.
Außerdem besitzt die Haut Tastzellen, die Reize an umgebene
Nervenfasern weitergeben. Aber nicht nur durch die Haut wird der
Tastsinn aktiv, Tiere haben im Gesicht sogenannte Tasthaare. Mit
diesen speziellen Haaren nehmen sie gezielt Reize auf. Viele Tierarten
können sich dank der Tasthaare im Dunkeln zurechtfinden.
Es wurde auch schon beobachtet, dass Tiere leichte Luft-, Wasser-
und sonstige Bewegungen mit den Tasthaaren spüren. Tasthaare
sind vom Aufbau her genauso wie normale Haare, allerdings haben
sie wesentlich mehr Verbindungen zu Nervenendigungen und können
somit auch die kleinsten Reize wahrnehmen und an das Gehirn weiterleiten.

Der 6. Sinn
Gerade im Tierreich haben viele Tierarten einen sogenannten
6. Sinn. Einige Tiere z.B. wissen, wann ein Erdbeben oder Gewitter
kommt, bevor die anderen fünf Sinne es wahrnehmen können.
Es gibt auch einige Hunde, die bei ihren Besitzern einen nahenden
epileptischen Anfall vorhersagen können oder ihre Besitzer
daran gehindert haben, mit einem Zug zu fahren, der kurze Zeit
später entgleist ist. Solche Beispiele hört man immer
wieder von den unterschiedlichsten Tierarten. Beim Menschen bezeichnet
man meistens hellseherische Fähigkeiten oder Telepathie als
sechsten Sinn.