Parasiten bei Frettchen

 

Ektoparasiten

Parasiten bzw. Schmarotzer, die auf oder in der Haut leben, nennt man Ektoparasiten. Man unterscheidet dabei zwei Arten. Zum einen Parasiten, die ständig auf oder in der Haut des Wirtstieres leben (z.B. Milben) und Parasiten, die temporär beim Wirtstier leben, also nicht ständig (z.B. Läuse, Flöhe, Zecken, Haarlinge, Herbstgrasmilben). Die temporären Parasiten kann man meistens mit dem bloßen Auge erkennen. Manche Parasiten benötigen einen Zwischenwirt, um sich richtig entwickeln zu können.

Des Weiteren unterscheidet man die Ektoparasiten nach dem Aufbau der Körper und deren Beinpaare. Insekten wie Flöhe, Läuse, Haarlinge, Mücken, Fliegen und Bremsen besitzen drei Paar Laufbeine und haben einen dreigeteilten Körper. Spinnentiere, wie Zecken und Milben haben vier Paar Laufbeine und einen dreigeteilten Körper.

 

Insekten


Floh

Entwicklung: Ei --> drei Larvenstadien --> Puppen --> Adulter Floh (ausgewachsen)

Floheier sind perlweiß und haben eine ovale Form, sie sind 0,5 mm lang und man kann sie mit dem bloßen Auge erkennen. Flohlarven können eine Länge von zwei bis fünf mm erreichen, frischgeschlüpfte Larven zeigen eine weiße Färbung und sind segmentiert (besitzen Glieder), diese sind mit kurzen Borstenhaaren überzogen. Umso älter die Larven werden, umso dunkler wird die Färbung. Flohpuppen sind oval, weiß, seidenmatt und glänzend. Sie können eine Länge von fünf mm erreichen und sind mit Schmutz umhüllt.

Der ausgewachsene Floh dient als Zwischenwirt für den Bandwurm. Flöhe haben eine bräunliche bis schwarze Färbung, sie haben drei Paar Laufbeine und einen dreigeteilten Körper, wobei das dritte Beinpaar als Sprungpaar dient. Flohkot erkennt man mit bloßem Auge, hin und wieder sieht man sogar erwachsene Flöhe von einer Stelle zur anderen springen. Erwachsene Flöhe ernähren sich von Blut, Laren von Flohkot. Befallene Tiere zeigen einen erhöhten Juckreiz, Hautrötungen oder durchs Kratzen blutige Stellen.

 

Laus
Entwicklung: Ei --> Larve --> drei Häutungen --> Adulte Laus (ausgewachsen)

Läuse sind stechende und saugende Parasiten. Der Kopf ist schmäler als die Brust. Sie sind bläulich bis schwarz gefärbt und können eine Länge von ein bis zwei mm haben. Sie haben drei Paar Laufbeine und einen dreigeteilten Körper. Läuse ernähren sich von Blut. Das Ei ist ca. ein mm groß und schmal. Die Eier sind mit bloßem Auge erkennbar, sie kleben fest an den Haaren und haben einen deutlich sichtbaren Deckel. Befallene Tiere zeigen einen erhöhten Juckreiz, Hautrötungen oder durchs Kratzen blutige Stellen.

 

Haarling
Entwicklung: Ei --> drei Larvenstadien --> Adulter Haarling (ausgewachsen)

Haarlinge sind beißende Parasiten, sie können eine Länge von ein bis zwei mm erreichen. Der Kopf ist breiter als lang, ihre Färbung ist gelblich. Sie haben drei Paar Laufbeine und einen dreigeteilten Körper. Sie ernähren sich von Hautschuppen und Hautsekreten. Das Ei hat eine ovale Form. Befallene Tiere zeigen einen erhöhten Juckreiz, Hautrötungen oder durchs Kratzen blutige Stellen.

 

Mücke
Mücken sind beflügelte Insekten, sie ernähren sich von Blut. Sie haben ebenfalls drei Paar Laufbeine und einen dreigeteilten Körper. Mücken können Malaria übertragen. Sie sind aber auch Überträger von Herzwurmlarven, diese bilden sich im Endwirt zu erwachsenen Herzwürmern aus.

 

Fliege
Entwicklung: Ei --> Made -->Fliege

Fliegen sind beflügelte Insekten, die Eiablage erfolgt in Köperhöhlen und Körperöffnungen von Wirtstieren. Ebenfalls möglich z.B. in Nass-/Frischfutter und Kot. Ein Befall von Maden nennt man Myiasis.

 

Bremse
Bremsen sind beflügelte Insekten, sie ernähren sich von Blut.

 

 

Spinnentiere


Zecke

Entwicklung: Ei --> Larve (drei Paar Beine) --> Nymphe (vier Paar Beine) --> Adulte Zecke (ausgewachsen)
Lebensdauer: drei Jahre

Ausgewachsene weibliche Zecken ernähren sich in jedem Entwicklungsstadium von Blut. Männchen ernähren sich von Blut und Gewebsflüssigkeiten. Zecken sind rotbraun bis blaugrau. Sie haben vier Beinpaare im Brustbereich und einen zweigeteilten Körper. Beim Entfernen von Zecken sollte man Zeckenzangen verwenden. Die Zecke wird mit der Zange gepackt und mit einer langsamen Drehbewegung aus der Haut entfernt. Bitte kein Öl o.ä. verwenden. Nach dem Entfernen der Zecke sollte immer kontrolliert werden, ob der Zeckenkopf mit entfernt wurde. Sollte der Zeckenkopf immer noch im Frettchenkörper stecken, sollte dieser durch einen Tierarzt entfernt werden, da auch der Kopf ohne Körper viele Krankheiten übertragen kann.

Zecken können einige Krankheiten übertragen:
> FSME (Frühsommer Mermeningo Encephalitis) ist eine Hirnhautentzündung. Dies führt zu Lähmungen.
> Rikettsiose (Zeckenfleckfieber) ist eine Zwischenform von Viren und Bakterien
> Borreliose (Lyme disease) führt zu Lähmungen
> Babisiose Erreger (Babesien) nennt man auch seuchenhafte Blutharne

 

Milbe
Entwicklung: Ei --> Larve --> zwei Nymphenstadien --> Adulte Milbe (ausgewachsen)

Diese Parasiten leben ständig auf dem Wirtstier. Sie werden durch einen direkten Kontakt auf andere Tiere übertragen. Manche Milben gehen nur auf bestimmte Tierarten, der Mensch kann bei manchen Milben als Fehlwirt dienen. Milben haben wie alle Spinnentiere vier Paar Laufbeine und einen dreigeteilten Körper. Einen Milbenbefall erkennt man, da die Tiere wunde rote und blutige Flecken haben und an diesen Stellen ein Haarausfall stattfindet. Milben verursachen einen extremen Juckreiz.


Sarkoptes oder Räudemilbe (Grabmilbe)

Entwicklung: Ei --> Larve --> zwei Nymphenstadien --> Adulte Milbe (ausgewachsen)

Sie haben eine Länge von 0,2 - 0,4 mm und einen ovalen weißen Körper. Sie besitzen zwei kurze, stämmige Vorderbeinpaare mit Haftlappen und zwei hintere Beinpaare, die allerdings nicht unter dem Körper hervorragen. Diese haben Borstenhaare. Die Eier sind 0,2 mm lang und haben eine weiße, ovale Form. Das Weibchen legt die Eier in Bohrgängen in die Haut des Wirtstieres ab. Durch das Grabverhalten bekamen die Milben ihren Namen. Sie befallen meistens die Wirtstiere im Bereich der Ohren, der Augenränder oder in der Innenseite der Schenkel (wo kaum Fell vorhanden ist).


Notoedres (Grabmilbe)
Ähnlich wie die Sarkoptesmilbe. Sie kommt hauptsächlich bei Katzen vor. Ein Befall wird deshalb auch „Katzenräude“ genannt. Bei einem direkten Kontakt mit einer befallenen Katze kann es vorkommen, dass auch andere Haustiere und Menschen die Milben bekommen.


Psoroptes (Saugmilbe)
Psoroptesmilben leben auf der Haut und kommen besonders beim Schaf vor. Ein Befall führt zu erheblichen Wollverlusten und ist eine anzeigepflichtige Seuche.


Chorioptes (Nagemilbe)
Sie nagen oberflächlich auf der Haut des Wirtstieres. Nagemilben kommen besonders bei Rindern, Schafen und Ziegen vor. Sie ernähren sich von Schuppen.


Neotrombicula oder Herbstgrasmilbe (Nagemilbe)
Es sind hellorange bis rot gefärbte Nagemilben, sie können eine Länge von 0,2 bis 0,4 mm erreichen. Sie besitzen drei Beinpaare. Die Larven können bis zu 0,6 mm lang werden, sie haben eine ovale Form und drei Beinpaare. Sie kommen vermehrt im Spätsommer (Herbst) und in Flussnähe vor. Milben sitzen auf dem Gras und springen von dort auf das Tier. Herbstgrasmilben sind meistens an den Pfoten und im Innenbereich der Schenkel zu finden. Sie führen zu Rötungen, Bläschenbildung (Papeln), Juckreiz, bakteriellen Sekundärinfektionen und Pusteln (mit Eiter gefüllte Bläschen). Der Mensch kann ein Fehlwirt sein, d.h. die Milben könnten auch auf den Menschen gehen.

 

Otodectes (Ohrmilbe)
Sie besitzen eine Länge von 0,3 mm und haben einen weißen, eiförmigen Körper. An den ersten beiden Beinpaaren tragen sie kleine Haftstiele. Sie sind meistens in Gruppen vorhanden und leben im Ohr. Die Eier sind weiß und haben eine längliche ovale Form. Befallene Tiere haben blutige Ohrsekrete und offene Wunden in den Ohren. Zu sehen sind außerdem die schwarzbraunen Wundkrusten und der Milbenkot. Das Tier zeigt einen erheblichen Juckreiz an den Ohren.


Demodex (Haarbalkmilbe)
Sie sind lang, dünn und laufen an einem Ende spitz zu. Sie haben eine Länge von 0,25 - 0,3 mm. Die vier Beinpaare gleichen Stummeln. Die Larven können eine Länge von 0,2 mm erreichen und sind breiter als die Adulten Milben. Larven haben nur drei Beinpaare am vorderen Körperdrittel. Die Eier haben eine Länge von 0,05 - 0,1 mm und eine zitronenähnliche Form. Die Übertragung erfolgt über den Saugakt bei der Mutter.


Cheyletiella oder Raubmilbe (Fellmilbe)
Sie sind ca. 0,4 mm lang und erscheinen sechseckig. Sie besitzen halbmondförmige "Haken", die sie als Mundwerkzeug benutzen. Die Eier sind oval und haben eine Länge von 0,1 - 0,2 mm, sie sind durch Fäden fest an den Haaren befestigt und haben ein abgestumpftes und ein spitzes Ende.

 

 

Endoparasiten

Parasiten, die im Inneren des Wirtstieres leben (z.B. Würmer), nennt man Endoparasiten. Die Ansteckung erfolgt entweder über den Mund (per os), durch die Haut (perkutan), durch die Gebärmutter auf den Fetus (intrauterin) bzw. durch die Muttermilch (laktogen). Bei einigen Parasiten ist ein Zwischenwirt notwendig, damit sie sich richtig entwickeln können. Im Endwirt entwickeln sie sich zu geschlechtsreifen Parasiten.


Bandwurm, Dipylidium caninum

Übertragung: Durch den Mund (per os)
Zwischenwirt: Floh
Endwirt: Fleischfresser

Dieser Wurm kann eine Länge von 20 bis 45 cm erreichen, er bildet ständig neue Glieder (Proglottiden). An seinen Enden bildet er weitere Eipakete aus, diese gelangen durch den Kot nach draußen. Die Eipakete trocknen an der Luft, dadurch werden die Eier freigelegt. Der Flo (Zwischenwirt) nimmt die Eier auf, sie entwickeln sich in dem Flo zu sogenannten Finnen. Wenn der Flo bei einem neuen Wirtstier sitzt und das Wirtstier den Flo mit dem Maul aufnimmt und zerbeißt, gelangen die Finnen in den Verdauungstrakt. Im Dünndarm entwickeln sich die Finnen zu geschlechtsreifen Bandwürmern.


Fuchsbandwurm, Echinococcus multiocularis
Übertragung: durch die Beutetiere, den Zwischenwirten
Zwischenwirt: Beutetiere z.B. Mäuse, Ratten
Endwirt: Fleischfresser
Fehlwirt: Mensch

Der erwachsene Wurm gibt im Darm des Endwirtes Oncosphären (Fuchsbandwurmeier) ab, diese sind sehr kältebeständig und langlebig. Durch den Kot gelangen die Eier ins Freie und werden von den Zwischenwirten aufgenommen. In den Zwischenwirten entwickeln sich die Eier zu 6-Haken-Larven (Hexacanthenlarve). Diese durchdringen die Darmwand und gelangen in die Blutbahn bzw. in die Lymphe, anschließend setzen sie sich in Lunge, Herz, Leber und Milz fest. Dort bilden sie Ausläufer und beginnen das Gewebe zu zersetzen. Es entstehen Bandwurmfinnen mit eingestülptem Kopf. Der Zwischenwirt wird immer schwächer und wird somit leicht vom Endwirt erbeutet. Der Körper des Zwischenwirtes wird im Darm zersetzt und die freigewordenen Bandwürmer bohren sich mit ihren Haken im Dünndarm fest. Und der Kreislauf beginnt von vorne.


Spulwurm, Askariden
Übertragung: Durch den Mund (per os) oder durch die Muttermilch (laktogen)
Zwischenwirt: -
Endwirt: Fleischfresser, Mensch

Sie erreichen eine Länge von 10 cm. Spulwurmeier werden mit dem Kot abgesetzt, sie sind sehr widerstandsfähig und bleiben lange lebensfähig. Im Freien entwickeln sich die Eier zu Larven, die wiederum von einem weiteren Wirtstier aufgenommen werden können. Im Darm bohren sie sich durch die Wand und gelangen über den Blutkreislauf in Leber, Herz, Lunge und Luftröhre. Das Wirtstier hustet die Larve hoch und schluckt sie anschließend wieder runter (Trachealer Weg), so gelangt die Larve wieder in den Darmkanal. Hier entwickeln sich die Larven zu geschlechtsreifen Spulwürmer.

Die Larven werden häufig vor der Geburt durch die Gebärmutter auf die Welpen übertragen. Welpen zeigen einen dicken, aufgeblähten Bauch, haben Durchfall, fangen an sich zu krümmen und nehmen nicht weiter an Gewicht zu. Beim erwachsenen Tier kommen ähnliche Symptome auf, dazu kann noch Husten, Fieber und Atemnot kommen.


Hackenwurm, Ancylostoma caninum
Übertragung: Durch den Mund (per os)
Zwischenwirt: -
Endwirt: Fleischfresser, Mensch

Der Hackenwurm ist ein gewebefressender Parasit. Er besitzt in der Mundkapsel kleine Zähnchen, mit ihnen werden die Darmschleimhaut und die Kapillaren (Blutgefäße) verletzt. Es kommt zu einer Blutarmut (Anämie). Die Entwicklung dauert 21-28 Tage, die Larven dringen durch dünne Hautschichten in die Lunge ein, werden wieder hoch gehustet und anschließend wieder runtergeschluckt (Trachealer Weg). Einen Befall erkennt man durch Bauchschmerzen, Müdigkeit, Bewußtlosigkeit. Dies kann aber auch zu einem Herzversagen und somit zum Tod führen.


Peitschenwurm, Trichuris vulpis
Übertragung: Durch den Mund (per os)
Zwischenwirt: -
Endwirt: Fleischfresser, Mensch

Er bohrt sich mit seinem Vorderkörper in die Schleimhaut und in den Blinddarm (Caecum). Peitschenwürmer ernähren sich von Blut, dadurch kommt es zu einer Darmentzündung. Den Namen erhielten die Würmer, weil sie am vorderen Körperteil einen dünnen Umfang haben, während ihr Hinterteil dicker ist (sieht aus wie eine Peitsche). Unter dem Mikroskop erkennt man zwei Pole bei ihm. Bei einem Befall zeigen sich meistens keine Symptome. Ab und zu kommt es zu Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen. Bei einem massivem Befall kommt es zu einem blutig-schleimigen Durchfall und zur Gewichtsabnahme.


Herzwurm, Dirofilaria immitis

Übertragung: Moskitoarten (Stechmücken)
Zwischenwirt: Moskitoarten (Stechmücken)
Endwirt: Fleischfresser, meistens Hunde

Sie können eine Länge von 20 – 30 cm erreichen, dabei haben sie einen Umfang von einem mm. Sticht eine Mücke einen befallenen Hund, nimmt sie sogenannte Mikrofilarien (Herzwurmeier) in sich auf. Diese verwandeln sich in der Mücke insgesamt zweimal bis sie zu dem Stadium der Larve gelangt sind. Sobald die Larven herangewachsen sind, überträgt die Mücke die Larven beim nächsten Stich auf einen neuen Endwirt. Es beginnt eine 6-monatige Reise in die Lungenarterien (liegen im Bereich der rechten Herzhälfte). Auf dieser Reise entwickeln sich die Larven zu geschlechtsreifen Würmern und sondern neue Mikrofilarien ab. Die Mikrofilarien befinden sich in der Blutbahn, somit kann sich wieder die nächste Stechmücke anstecken. Diese Wurmart kommt hauptsächlich im Süden vor.


Torenio pisiformis
Übertragung: Durch den Mund (per os)
Zwischenwirt: Hase, Kaninchen, Nager
Endwirt: Fleischfresser, besonders Jagdtiere, die mit den Zwischenwirten in Berührung kommen

Diesen Wurm merkt man bei einem Befall nicht sofort. Bei einem Wurmbefall bekommt das Tier ein glanzloses Haarkleid, Darmentzündungen (Durchfall) und magert ab.

 

 

 

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