Organe der Frettchen
Atmung - Lunge
Luft ist eins der wichtigsten Punkte im Leben. Die Atmung beginnt
im Nasen-/Rachenbereich. Luft wird eingeatmet (Inspiration) und
gelangt über die Luftröhre in die Lunge. Diese befindet
sich sicher hinter den Rippen im Brustraum (Thorax) und besteht
aus zwei Lungenflügeln (Lungenseiten) und sechs Lappen, wobei
die linke Lungenseite nur zwei Lappen besitzt und die rechte Lungenseite
vier Lappen. Im Brustkorb herrscht ein Unterdruck, der wichtig
für die Atmung ist. Sollte der Brustkorb eine Verletzung
haben, kann dieser Unterdruck zerstört werden. Ankommende
Luft in der Lunge wird weiter in den luftführenden Teil zu
den Alveolen bzw. Lungenbläschen der Lunge geleitet. Dort
angekommen findet der Gasaustausch (Sauerstoffabgabe / Kohlendioxidaufnahme)
statt. Der Sauerstoff wird über das Blut zum Herzen transportiert
und Kohlendioxid wird wieder über die Luftröhre ausgeatmet
(Exspiration). Das Zwerchfell ist bei der Atmung ein sehr wichtiges
Organ. Bei der Einatmung fällt das Zwerchfell flach in sich
zusammen, der Brustkorb hebt sich, bekommt dadurch ein größeres
Fassungsvolumen und kann die eingeatmete Luft besser aufnehmen.
Anschließend dehnt sich das Zwerchfell durch Muskelkraft
wieder aus, der Brustkorb erhält ein kleineres Fassungsvolumen
und die darin enthaltene Luft wird wieder ausgeatmet.

Bauchspeicheldrüse, Pankreas
Ein sehr häufig erkranktes Organ bei Frettchen ist die
Bauchspeicheldrüse. Dabei handelt es sich um eine Drüse,
die ihre Verdauungsenzyme in den Zwölffingerdarm (Teilgebiet
vom Dünndarm) abgibt. Dank der Bauchspeicheldrüse können
bei der Ernährung sowohl Kohlenhydrate, Eiweiße und
Fette in ihre Bestandteile zerlegt werden. Neben den Verdauungsenzymen
produziert die Bauchspeicheldrüse auch Hormone für den
Blutzucker (Insulin und Glucagon), die direkt ins Blut abgegeben
werden. Ein erkranktes Tier kann den eigenen Blutzuckerwert nicht
mehr aufrecht halten und fällt in Unterzucker. Mehr dazu
bei Krankheiten.
Geschlechtsorgane
Siehe Unterpunkt Geschlechtsorgane.
Herz
Siehe Unterpunkt Herz-Kreislaufsystem.
Leber
Das Hauptorgan beim Stoffwechsel ist die Leber. Sie produziert
(Eiweißstoffe), verwertet (Nahrungsbestandteile) und reinigt
das Blut (Medikamente, Gifte usw.). Die Leber besteht aus vier
Leberlappen (zwei große / zwei kleine) und ist mit dem Zwerchfell
und der Milz verwachsen. An der Bauchhöhle ist die Leber
mit sogenannten Leberbändern aus Bindegewebe verwachsen,
verbunden ist sie mit dem Magen und dem Zwölffingerdarm (Teilgebiet
vom Dünndarm).
Milz
Bei diesem Organ handelt es sich um ein wichtiges Organ für
die Produktion von weißen Blutkörperchen (Abwehrfunktion)
und dem Abbau von roten Blutkörperchen. Sie liegt in der
Nähe vom Magen und ist mit diesem und der Leber durch Bindegewebsbänder
verbunden.
Nieren (Ren) und Nebennieren
Frettchen besitzen zwei Nieren bzw. Nebennieren. Diese Organe
sind sehr häufig erkrankt. Die rechte Niere/Nebenniere liegt
weiter oben als die linke Niere/Nebenniere. Nebennieren haben
eine Nebennierenrinde (äußere Schicht) und Nebennierenmark
(der innere Bereich). Nieren regulieren den Wasserhaushalt und
den Säure-Basen-Haushalt. Sie produzieren Hormone für
die Blutbildung und bauen andere Hormone ab. Ebenfalls filtern
sie die flüssigen Bestandteile vom Stoffwechsel und sortieren
die brauchbaren Substanzen aus. Die Abfallprodukte werden über
den Harnleiter (Ureter) zur Harnblase geleitet.

Verdauung - Magen, Darm & Blase
Bereits bei der Futteraufnahme beginnen die Vorbereitungen für
die Verdauung. Durch die Zähne werden größere
Futterstücke zerkleinert und Speicheldrüsen feuchten
das zerkleinerte Futter an. Durch den Speichel werden die Futterstücke
weiter in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Nach dem Schlucken
gelangt das bereits verkleinerte Futter über die Speiseröhre
(Esophagus) in den Magen. Frettchen besitzen wie alle Fleisch-
bzw. Allesfresser einen einfachen einhöhligen Magen. Der
Magen selber kann sich bei größerer Futteraufnahme
ausdehnen bzw. bei einer Futterknappheit zusammenziehen. Der Magen
liegt in der Nähe von der Leber und ist bohnenförmig.
Sobald das Futter im Magen angelangt ist, wird es mit dem Magensaft
(besteht aus den eiweißspaltenden Enzymen Pepsin und Salzsäure)
vermischt, dabei beginnt die weitere Zersetzung des Futters. Sobald
das Futter zu einem Futterbrei geworden ist wandert es weiter
durch den Magenausgang in den Darm. Nun beginnt die eigentliche
Verdauung.
Der Darm ist in zwei größere Bereiche aufgeteilt,
dem Dünndarm (Hauptort der Verdauung) und dem Dickdarm. Jeder
Abschnitt ist dabei noch mal in drei kleinere Bereiche unterteilt.
Im Dünndarm ist es der Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm
(Jejunum) und der Krummdarm (Ileum), im Dickdarm der Wurmfortsatz
bzw. Blinddarm (Caecum, fehlt beim Frettchen), Grimmdarm (Colon)
und der Mastdarm (Rectum). Der Dünndarm bei Frettchen hat
eine Länge von ca. 180-200 cm, der Dickdarm ist ca. 10 cm
lang. Im Zwölffingerdarm enden die Ausgänge der Bauchspeicheldrüse
und der Gallenblase. Beide sondern weitere Enzyme zur Zersetzung
der Nahrung bei, gleichzeitig steuert der Darm seine eigenen Enzyme
bei. Für die Eiweißspaltung wird Chymotrypsin und Proteinase
gebraucht, für die Kohlenhydratspaltung Amylase und für
die Fettspaltung Lipase. Bestandteile der Nahrung wandern in die
Blutbahn und werden durch diese zu anderen Organen transportiert.
Bei der ganzen Darmwanderung wird der Futterbrei durch die Darmmuskulatur
bewegt. Am Ende des Dickdarms, im Bereich vom Mastdarm, wird der
Darminhalt gesammelt, der Ausgang ist mit einem Schließmuskel
(Anus) verschlossen. Hier in der Nähe vom Darmausgang (After)
befinden sich die Analdrüsen der Frettchen, die Verdauungszeit
beträgt insgesamt ca. 2-4 Stunden.
Flüssige Bestandteile von Stoffwechsel werden durch die
Nieren gefiltert. Diese sortieren die brauchbaren Bestandteile
aus und leiten die Abfallprodukte durch den Harnleiter (Ureter)
in die Harnblase. Ist die Harnblase voll (Fassungsvermögen
ca. 10 ml), gelangt der Harn über die Harnröhre (Urethra)
nach draußen.

Zwerchfell
Klein und doch nicht unbedeutend ist das Zwerchfell. Es grenzt
an den Rippen, Herzbeutel, Lunge, Leber an und trennt die Brusthöhle
von der Bauchhöhle. Dabei dient das Zwerchfell als Muskel
für die Atmung, sobald sich das Zwerchfell zusammenzieht,
entsteht die Einatmung.