häufige Erkrankungen bei Frettchen
Auf dieser Seite stehen einige „typische Frettchenerkrankungen“
in der Kurzbeschreibung, selbstverständlich sind hier nicht
alle möglichen Erkrankungen aufgezählt und ein Gang
zum Tierarzt ersetzt diese Seite auch nicht. Sollte das Frettchen
krank sein, kann nur ein Tierarzt vor Ort die richtige Behandlung
durchführen.
Allergie
Eine Überreaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe in
der Umgebung durch sogenannte Allergene nennt man Allergie. Dabei
kann es vorkommen, dass ein Tier im Laufe seines Lebens eine Allergie
entwickelt und sich diese erst im hohen Alter bemerkbar macht.
Genauso kann es vorkommen, dass sich der Körper an gewisse
Stoffe, wo er allergisch reagiert, mit der Zeit gewöhnt und
die Allergie schwächer wird. Anzeichen einer Allergie können
ganz unterschiedlich sein wie z.B. Schnupfen, Husten, Niesen,
Hautrötungen, Hautveränderungen, Erbrechen, Durchfall
uvm.. Eine Allergie kann zeitlich begrenzt (z.B. Heuschnupfen),
ganzjährig (z.B. Hausstauballergie) oder mit Berührung
bestimmter Stoffe (z.B. Futtermittelallergie) auftreten.
Analdrüse
Laut Tierschutzgesetz ist das Entfernen der Analdrüsen verboten,
eine Ausnahme gibt es nur, wenn ein medizinischer Befund es dringend
notwenig macht. Die Tiere benötigen diese Drüse für
eine artgerechte Kommunikation untereinander. Normalerweise entleeren
Frettchen die Drüsen bei jedem Kotabsatz von alleine, es
kann allerdings vorkommen, dass diese Drüsen verstopfen.
In so einem Fall sollten die Analdrüsen von einem Tierarzt
entleert werden. Bei einer Analdrüsenverstopfung robben die
Tiere mit dem Hinterteil am Boden entlang, sie belecken die Analgegend
häufiger oder haben Probleme beim Kotabsatz.

Aujeszkysche Krankheit
In der Frettchenernährung sollte sowohl auf rohes als auch
auf gekochtes Schweinefleisch verzichtet werden, da Frettchen
für die Aujeszkysche Krankheit anfällig sind. Dies ist
eine anzeigepflichtige Tierseuche beim Schwein, der Erreger dieser
Krankheit gehört zu den Herpesvieren. Beim Frettchen führt
er zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung mit zentralnervösen
Erscheinungen, da es das gesamte Nervensystem befällt. Erkrankte
Tiere lecken, kratzen und beissen sich dauernd, da sie einen erheblichen
Juckreiz erleiden, der sich bis zum Ende immer weiter steigern
wird. Sie zeigen Wesensänderungen auf, sind schlapper als
sonst, haben Fieber und hören das Fressen auf. Im Endstadium
folgen Schluckbeschwerden, Lähmungserscheinungen und Zuckungen,
die hauptsächlich im Gesichtsbereich auftreten. Diese Krankheit
verläuft innerhalb von 1-2 Tagen tödlich. Da der Juckreiz
bei dieser Erkrankung sehr stark ist, nennt man sie auch Juckseuche,
sie hat Ähnlichkeiten mit der Tollwut, allerdings treten
bei der Tollwut am ganzen Körper Lähmungserscheinungen
auf. Der Mensch ist von dieser Krankheit nicht betroffen, man
sollte aber auch bei der Fütterung von Schweinefleisch bei
anderen Haustieren wie z.B. Hunden und Katzen aufpassen. Eine
Ansteckung erfolgt durch den Verzehr von infektiösem Schweinefleisch
oder durch eine Berührung von verseuchten Gerätschaften
bzw. Gegenständen.
Bauchspeicheldrüsentumor – Insulinom
Diese Tumorart kommt immer häufiger beim Frettchen vor. Das
erkrankte Tier kann den eigenen Blutzuckerwert nicht mehr aufrecht
erhalten und fällt in Unterzucker. Sollte das Tier im Unterzucker
sein, zeigt es deutliche Unterzuckeranfälle. Die Symptome
sind z.B. erhöhtes Speicheln, Gleichgewichtsstörungen,
Krampfanfälle und Erbrechen. Die Tiere sind dabei apathisch
und kaum ansprechbar. Meistens fahren sie mit ihren Vorderpfoten
in die Maulhöhle, als ob sie etwas aus dieser herausholen
wollen. Je nachdem wie groß der Tumor ist, haben erkrankte
Frettchen einen Kugelbauch. Unterzucker stellt man mit den Glucosewerten
(Blutzucker) in der Blutuntersuchung fest. Zusätzlich kann
noch ein Ultraschall oder ein Röntgenbild Klarheit verschaffen.
Eine Behandlung ist nur operativ möglich, allerdings kann
man die Bauchspeicheldrüse nicht komplett entfernen. Somit
ist diese Möglichkeit meistens nicht gegeben. Mit dem Medikament
Proglicem 25 und im Endstadium mit zusätzlichem Cortison
(hat die Nebenwirkung, dass es auf die Niere anschlägt) kann
man versuchen, den Blutzucker im Normalbereich zu belassen. Bei
einem Unterzuckeranfall muss sofort Zucker zugefüttert werden,
damit der Blutzucker wieder steigt. Dies kann man entweder oral
(über den Mund) mit Zuckerlösungen, Traubenzucker oder
Pasten machen oder durch eine Glucose-Infusion. Allerdings nehmen
die meisten Frettchen in einem Unterzuckeranfall keinerlei Nahrung
an.

Botulismus
Dies ist eine meldepflichtige Erkrankung, die durch verdorbenes
Futter entstehen kann. Botulismus ist nicht ansteckend, der Erreger
heißt Clostridium botulinum. Clostridiumbakterien gedeihen
und vermehren sich besonders unter einem Luftabschluss. Frettchen
zeigen bei einer Erkrankung Lähmungserscheinungen der Extremitäten
(Gliedmaßen), die Lähmung setzt sich langsam am restlichen
Körper fort. Erkrankte Tiere sind apathisch, haben einen
erhöhten Speichelfluss und leiden unter Atemnot. Eine Heilung
ist bis jetzt nicht bekannt, sie verläuft immer tödlich.
Dauerranz bei der Fähe
Normalerweise kommt eine Fähe in regelmäßigen
Abständen in die Ranz (dies ist die Zeit, wo Frettchen geschlechtsbereit
sind). Bei einer Ranz riechen Frettchen vermehrt, wirken unruhig,
markieren die Umgebung, das Fell verändert sich und die Geschlechtsorgane
(Vulva bei den Fähen und Hoden bei den Rüden) schwellen
deutlich an. Fähen sondern bei der Vulva ein schleimiges
Sekret ab, die Vulva schwillt während der Ranz immer mal
wieder leicht ab bzw. an. Nach der Ranzzeit, die im Herbst von
alleine enden sollte, normalisiert sich der Körper und gelangt
in eine Ruhephase, anschließend beginnt der Ranzzyklus von
vorne. Bei Fähen kann es vorkommen, dass sie die Ruhephase
überspringen und aus der Ranzzeit nicht mehr herauskommen.
Die Tiere sind dauerhaft geschlechtsbereit, die erhöhten
weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) schädigen
dabei das rote Knochenmark. Dies führt zu einer Blutarmut
(Anämie), diese ist im schlimmsten Fall sogar tödlich.
Aus diesem Grund sollte man Frettchen immer kastrieren, vor allem
wenn man mit den Tieren nicht züchten will. Anzeichen für
eine Dauerranz sind u.a. Gewichtsverlust, Fieber, die Tiere sind
apathisch, schlapper und durch die Blutarmut wirken die Schleimhäute
sehr blass. Desweiteren zeigt die Fähe alle typischen Anzeichen
einer normalen Ranz, nur dass diese eben unnormal lange andauert
und die Vulva nicht abschwillt.
Durchfall – Diarrhoe
Ursachen für Durchfall können sehr unterschiedlich sein.
Meistens ist es bei gesunden Frettchen futterabhängig, z.B.
bei verdorbenem, unbekömmlichem oder ungewohntem Futter kann
Durchfall entstehen. Beim Durchfall ist es sehr wichtig, dass
die Tiere viel trinken, da sie durch den Durchfall viel Flüssigkeit
verlieren. Das normale Futter sollte erst einmal weggelassen werden
und anstelle dessen kann leichtverdauliches Futter angeboten werden
(mageres Muskelfleisch, Reis, Kartoffelbrei ohne Gewürze,
Spezialfutter vom Tierarzt). Hausmittel wie die Heilerde kann
zusätzlich verabreicht werden. Wenn der Durchfall blutig,
schleimig, verfärbt oder nach zwei Tagen nicht vorbei ist,
sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann anhand einer
Kotuntersuchung feststellen, welche Ursachen der Durchfall hat
und dem Tier bei Bedarf eine Infusion geben, damit der Körper
nicht austrocknet. Siehe dazu auch: Kokzidiose und Parasitenbefall
Erbrechen
Eine Entleerung des Magens über die Speiseröhre durch
den Mund kann verschiedene Gründe haben. In erster Linie
ist es eine Schutzfunktion des Körpers, der versucht unverdautes
Futter (das zu schnell heruntergeschluckt wurde), Fremdkörper
oder unverdauliches loszuwerden. Dabei ist zu unterscheiden, ob
im erbrochenem Mageninhalt Futterreste vorhanden sind oder nicht.
Wenn das Erbrochene blutig ist, sollte ein Tierarzt aufgesucht
werden.
Erkältung
Siehe Grippe
Fettschwanz
Unter dem Begriff versteht man eine fast haarlose, meist schuppige
Rute. Diese tritt beim Frettchen häufig auf. Ein Fettschwanz
entsteht meistens beim Fellwechsel (Frühling) und verschwindet
beim darauffolgenden Fellwechsel (Herbst) wieder. Beim Fellwechsel
verstopfen die Haarkanäle mit Talg, dadurch fallen die Haare
aus. Man sollte allerdings immer kontrollieren, wie die Färbung
der Haut an der Rute ist. Sollte diese rot oder krustig sein,
ist es besser einen Tierarzt aufzusuchen. Mit Gabe von Biotin
bzw. Haut- und Fellpräparaten wie z.B. Bay.o.Pet Murnilpulver/Tabletten,
Bierhefeflocken/Tabletten, Distelöl oder Lebertranöl
kann etwas gegen den Fettschwanz unternommen werden.

Fremdkörper
Kleinteile, die Frettchen bei ihrem täglichen Freilauf fressen,
können zu einem Darmverschluss führen. Die Anzeichen
bei Fremdkörpern können erhöhtes Speicheln, Appetitlosigkeit,
Erbrechen und Müdigkeit sein. Dabei haben sie meistens Durchfall,
schleimigen Kotabsatz oder überhaupt keinen Kotabsatz (bei
einem Darmverschluss). Bei verschluckten Fremdkörpern bleibt
meistens eine operative Entfernung nicht aus.
Grippe, Erkältung (Influenza)
Menschen können Frettchen mit Grippe anstecken, dies passiert
aber eher selten. Wahrscheinlicher ist es, dass die Tiere bei
kälterem Wetter erkranken oder sich gegenseitig anstecken,
dabei zeigen sie ähnliche Anzeichen wie Menschen. Sie haben
meistens Fieber, eine trockene Nase, Nasenausfluss, Husten, Müdigkeit
und müssen niesen. Bei manchen Tieren kommt eine Übelkeit
mit Erbrechen dazu. Erkrankte Tiere sollten behandelt werden,
da eine verschleppte Erkältung zu einer Lungenentzündung
führen kann.
Hautkrankheiten
Krankheiten der Haut können verschiedene Ursachen haben wie
z.B. Verätzungen, Verbrennungen (Sonne, Hitze), Reaktionen
auf Unverträglichkeit (Allergien) oder hormonelle Ursachen.
Aber auch Parasiten, Viren, Bakterien und Pilze spielen eine Rolle.
Zur Untersuchung stehen Haut-/Haarproben und Gewebeproben.
Hautpilz
Die Anzeichen von einem Hautpilz (Dermatomykose = Hautpilzerkrankung)
sind sehr unterschiedlich. Meistens färbt sich die Haut rötlich,
wird krustig oder schuppig, es entstehen nässende Hautblasen
und die Haare fallen an der Stelle aus. Dabei entsteht ein Juckreiz,
durch das Kratzen werden die Symptome verschlimmert. Ein Hautpilz
ist sowohl von Tieren auf den Menschen übertragbar als auch
vom Menschen auf das Tier. Eine Übertragung der Pilzsporen
erfolgt durch direkten Kontakt der betroffenen Hautstelle.
Herzerkrankungen
Auch das Herz ist eine häufige Erkrankung beim Frettchen.
Kranke Tiere zeigen z.B. eine vermehrte Müdigkeit, erhöhte
Atemtätigkeit, Atemnot, Husten (das sog. Herzhusten), verminderte
Ausdauer, Hinterpfoten geben nach oder haben blasse bzw. bläuliche
Schleimhäute. Außerdem können von Herzerkrankungen
Wasseransammlungen bzw. Wassereinlagerungen im Körper entstehen,
diese sind meistens in der Lunge, in den Beinen oder im Bauchraum.
Herzerkrankungen können angeboren sein, aber auch im Laufe
des Lebens durch Krankheiten, Alter o.ä. entstehen. Die häufigsten
Herzerkrankungen sind Herzklappen- und Herzmuskelerkrankungen.
Eine Herzinsuffizienz kann sowohl aktiv (akutes Herzversagen)
als auch chronisch (über eine längere Zeitdauer abbauende
Herzaktivität) vorkommen. Beim jährlichen Impfen sollte
das Herz immer mit abgehört werden, weitere Untersuchungsmöglichkeiten
sind der Herzultraschall und das EKG. Herzpatienten können
bei einer regelmäßigen Gabe von Medikamenten noch ein
sehr langes Leben vor sich haben.

Hitzschlag
Frettchen haben sehr schlecht entwickelte Schweißdrüsen,
dadurch können sie nicht schwitzen und ihre Körpertemperatur
von alleine regeln. Aus diesem Grund sind Frettchen sehr hitzeanfällig
und sollten keinen erhöhten Temperaturen ausgesetzt werden,
dabei reichen allerdings schon ca. 31 °C. Bei einem Hitzschlag
zeigen Frettchen Atemnot, Krämpfe, sind apathisch, hecheln
und haben trockene blasse Schleimhäute, die Temperatur ist
erhöht. Dabei ist ein Kreislaufzusammenbruch nicht selten,
der zu einer Bewusstlosigkeit führen kann. Den Zustand vom
Kreislauf kann man am besten anhand der Schleimhäute kontrollieren.
Dabei drückt man mit dem Finger in der Mundschleimhaut auf
eine unpigmentierte (ungefärbte) Stelle, diese färbt
sich weiss. Normalerweise sollte die Schleimhaut innerhalb von
3 Sekunden wieder gefärbt sein. Sollte es länger brauchen
bis sich das weiss in ein rosa färbt, ist es ein Hinweis,
dass der Kreislauf nicht stabil ist. Bei einem Hitzschlag sollte
das Tier sofort gekühlt werden. Am besten erst einmal aus
der Hitzequelle entfernen und einen kühlen Raum aufsuchen,
dabei unbedingt versuchen, dass die Körpertemperatur durch
feuchte kühle Handtücher oder Wasser sinkt. Eine Flüssigkeitsaufnahme
durch Trinken ist ebenfalls wichtig. Bei einem Hitzschlag sollte
umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Influenza
Siehe Grippe
Insulinom
Siehe Bauchspeicheldrüsentumor
Kokzidien
Kokzidiose ist eine Parasitenerkrankung, die durch sogenannte
Kokzidien (einzellige Lebewesen) verursacht wird. Betroffen von
dieser Erkrankung sind sowohl Säugetiere als auch Vögel
und Reptilien. Die meisten Kokzidienarten sind von jeder Tierart
artspezifisch, so dass eine direkte Übertragung auf eine
andere Tierart bzw. auf den Menschen kaum möglich ist. Eine
Ansteckung innerhalb einer Tierart ist jedoch sehr wahrscheinlich
und erfolgt entweder durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren
oder durch Kontakt mit verseuchten Gegenständen. Kokzidien
können sich mit dem gekauften Futter einschleichen. Am meisten
betroffen sind Jungtiere, allerdings kann die Erkrankung in jedem
Alter auftreten. Bei betroffenen Tieren erkennt man zuerst keine
Symptome, umso weiter die Erkrankung fortschreitet erleiden sie
Fieber und einen sehr starken breiigen, wässrigen oder sogar
blutigen Durchfall. Meistens verweigern sie eine Futteraufnahme
und magern dabei ab.
Krebs
Siehe Tumor
Lebererkrankungen
Die meisten Ursachen einer Lebererkrankung sind u.a. Tumore, Fettleber,
Leberentzündung (Hepatitis) oder ein akutes Leberversagen.
Unter dem Begriff Fettleber versteht man eine Verfettung der Leber.
Die häufigste Ursache dafür ist Übergewicht, aber
auch durch Medikamente, Eiweißmangel, Vergiftungen und bei
einer Trächtigkeit kann eine Fettleber auftretten. Zu viel
Alkohol führt ebenfalls zu einer Fettleber, dies ist aber
bei Frettchen eher unwahrscheinlich.
Leberentzündung (Hepatits) ist die bekannteste Lebererkrankung,
dabei unterscheidet man hauptsächlich zwischen einer aktiven
und chronischen Form der Erkrankung. Die aktive Form ist die akute
Leberentzündung, während die chronische Form über
Jahre dauern kann. Mögliche Ursachen sind vor allem Viren,
aber z.B. auch Verletzungen der Leber, Gifte, Medikamente, Bakterien,
Parasiten oder (bei Frettchen eher unwahrscheinlich) Drogen. Bei
einer Hepatits werden die Leberzellen angegriffen, zerstört
und sterben teilweise anschließend ab, die Leber kann ihre
Funktionen nicht mehr aufrecht erhalten, der Stoffwechsel versagt,
es entsteht eine übermäßige Anzahl von Bilirubin
im Blut, dies wiederrum führt zu einer Gelbsucht (Ikterus).
Erkrankte Tiere sind schlapp, erbrechen, haben Fieber, Durchfall
und eine gelbliche Färbung von allen Schleimhäuten,
Häuten bzw. Kot und Urin. Bestimmte Arten von Hepatitis sind
ansteckend.
Magen-Darm Erkrankung
Siehe Durchfall und Erbrechen
Niere, Nebenniere
Ein häufig erkranktes Organ bei Frettchen ist die Nebenniere.
Diese kann z.B. vergrößert, tumorös oder eine
Unter- / Überproduktion von Hormonen haben. Je nach Erkrankung
zeigen erkrankte Tiere u.a. eine Futterverweigerung, sind schlapper
und magern ab, die Knochen bzw. die Muskeln können sich ebenfalls
zurückbilden. Die Haut kann sich leicht gelblich färben
oder andere Hautveränderungen wie z.B. Wunden und kleine
Bläschen aufweisen, dabei entsteht häufig eine Haarlosigkeit
im Bauch- und Schwanzbereich.
Genauso wie bei der Nebenniere sind die häufigsten Erkrankungen
der Niere tumorös, aber auch Erbkrankheiten und Nierensteine
spielen u.a. eine Rolle. Je nach Nierenerkrankung zeigen erkrankte
Tiere z.B. einen erhöhten Juckreiz, sind schlapper, trinken
vermehrt oder verweigern eine Futteraufnahme. Zu sehen ist auch
ein zunehmendes Ranzverhalten (ohne in der Ranz zu sein). Der
Urin riecht sehr stark und ist meist blutig. Nierenerkrankungen
unterteilt man in ein akutes Nierenversagen und ein chronisches
Nierenversagen (Niereninsuffizienz). Bei einem akuten Nierenversagen
handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zusammenbruch der
Niere, das betroffene Tier kann apatisch oder sogar bewußtlos
sein. Es sollte auf jeden Fall sofort ein Tierarzt aufgesucht
werden. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz handelt es sich
um die langsamere bleibende Form. Diese geht über Monate
und kann sich sogar über Jahre hinweg ziehen, während
die Nierenfunktion immer weiter abbaut. Erkrankte Tiere sollten
immer viel trinken, eine salz- und eiweißarme Ernährung
wirkt sich ebenfalls positiv aus.
Parasitenbefall
Im allgemeinen erkennt man einen Parasitenbefall von Ektoparasiten
(auf dem Wirtstier lebenden Parasiten) an leichten bis starken
Hautveränderungen. Diese können eitrige, krustige oder
blutige Stellen sein. In den meisten Fällen zeigen Wirtstiere
mit einem Parasitenbefall einen starken Juckreiz. Bei Endoparasiten
(im Wirtstier lebende Parasiten) zeigen befallene Tiere meistens
einen aufgeblähten Bauch, Durchfall, Husten uvm., eine nähere
Beschreibung zu den verschiedenen Parasiten und ihre Merkmale
steht beim Unterpunkt Parasiten.

Staupe
Das Virus der Staupe gehört zur Familie der Paramyxoviren.
Betroffen sind von dieser Krankheit u.a. Hunde und marderartige
Tiere, eine Ansteckung untereinander ist möglich, diese erfolgt
sowohl über einen direkten Kontakt der Sekrete und Exkrete
bereits erkrankter Tiere (Kot, Urin, Blut, Mund- und Nasenausfluss)
als auch durch eine indirekte Ansteckung. Die indirekte Übertragung
erfolgt durch Hände, Kleidung, Gegenstände o.ä.,
somit sind auch reine Wohnungstiere nicht vor einer Ansteckung
sicher. Der Viruserreger bleibt außerhalb eines lebenden
Organismus nur ein paar Tage infektiös, allerdings ist er
bei Trockenheit und Kälte recht resistent. Der Körper
kann innerhalb der ersten neun Tage Antikörper bilden, die
ausreichen, dass sich keine Krankheitssymptome bilden. Falls der
Körper keine Antikörper bilden kann, beginnen die Symptome
der Krankheit.
Diese sind u.a. bei der katarrhalischen Form eitriger Ausfluss
und verklebte Augen/Nasenlöcher, wunde Stellen und Fieber.
Nicht selten folgt eine Erkrankung des Atmungssystems, das Tier
fängt an zu husten, niesen und leidet an Atembeschwerden
oder bekommt eine Lungenentzündung. Die Nahrungsaufnahme
wird verweigert, es folgt eine Abmagerung. Bedingt durch Durchfall
und Erbrechen leidet der Körper an einem Wasserverlust, der
eine Austrocknung des Körpers zur Folge hat. Einem Krankheitsbefall
im Nervensystem (nervöse Form) folgen meistens Speicheln,
Krampfanfälle und Störungen im Bewegungsapparat. Staupe
kann tödlich sein, muss aber nicht. Allerdings enden die
meisten Erkrankungen bei Jungtieren tödlich. Bei überstandener
Infektion kann ein sogenanntes Staupegebiss zurückbleiben,
dabei färben sich die Zähne durch Defekte des Zahnschmelzes
gelblich. Gegen Staupe kann und soll geimpft werden!
Tollwut
Es ist eine Viruserkrankung, die immer mit dem Tod endet. Dank
regelmäßiger Impfungen ist die Tollwutgefahr für
Haustiere sehr gering und kommt kaum noch vor. Tollwut ist sowohl
von Tier zu Tier, als auch von Tieren auf den Menschen übertragbar.
Ein an Tollwut erkranktes Tier muss gemeldet und eingeschläfert
werden. Nach dem Biss von einem erkrankten Tier dauert es in der
Regel 2 bis 8 Wochen, bis die Krankheit ausbricht. Der Tod tritt
nach Erscheinen der ersten Symptome innerhalb von 1 bis 7 Tagen
ein. Die ersten Anzeichen dieser Krankheit sind Wesensveränderungen.
Erkrankte Tiere werden besonders agressiv, bissig und zeigen einen
gesteigerten Geschlechtstrieb. Je weiter die Krankheit fortgeschritten
ist, folgen Lähmungserscheinungen, Heiserkeit und Schluckstörungen.
Durch das erhöhte Speicheln entsteht der Schaum vor der Schnauze.
Wildtiere verlieren die natürliche Scheu gegenüber dem
Menschen.
Tumor, Krebs
Die häufigste Erkrankung von Frettchen sind Tumore, dabei
handelt es sich um eine Gewebszunahme bzw. Zellwachstum von Organen
/ vom Gewebe. Tumore können sowohl gutartig (benigne) als
auch bösartig (maligne) sein. Gutartige Tumore wachsen meistens
langsamer und sind sehr gut abgegrenzt, während bösartige
Tumore schneller wachsen und schlechter bis gar nicht abgegrenzt
sind. Tumore können streuen und verteilen sich so auf andere
Gebiete des Körpers. Je nach betroffenem Gewebe bzw. Organ
werden die Tumore benannt und verursachen an der Stelle des Körpers
Leistungseinschränkungen. Tumorzellen kann man anhand einer
Biopsie / Gewebeprobe beurteilen.
Vergiftung
Sollte ein Frettchen chemische Mittel wie Putzmittel erwischen
oder giftige Pflanzen fressen, kann es zu einer Vergiftung kommen.
Vergiftungserscheinungen können Erbrechen, Durchfall, starkes
Speicheln, Krämpfe, Atemnot (Blaufärbung der Haut),
Lähmungserscheinungen und Untertemperatur sein, wobei das
Frettchen meistens nicht mehr ansprechbar ist, beim Durchfall
und beim Erbrochenem ist meistens sogar Blut enthalten. Bei einer
Vergiftung ist sofortiges Handeln gefragt, denn ein Gang zum Tierarzt
bleibt nicht aus. Falls das Frettchen auf frischer Tat erwischt
wurde, sollte das Mittel oder die Pflanze auf jeden Fall mit zum
Tierarzt genommen werden. Dieser kann den Vergiftungsfall besser
einschätzen und dementsprechend handeln.

Verletzungen
Da Frettchen viel und wild toben kann es vorkommen, dass sie sich
dabei verletzen. Kleinere Wunden können mit milden Desinfektionsmitteln
und einer Wund- und Heilsalbe versorgt werden. Bei größeren
oder tieferen Wunden sollte ein Tierarzt aufgesucht werden da,
diese im Bedarfsfall genäht werden müssen.
Zahnprobleme
Vor allem bei Frettchen, die viel Nassfutter fressen, bildet sich
Zahnstein. Die Tiere riechen verstärkt aus der Maulhöhle
und haben einen gelblich-braunen Belag auf den Zähnen, es
kann sogar zu einer Zahnfleischentzündung (Paradontitis)
kommen, die man anhand von rot entzündetem Zahnfleisch erkennt.
Der Zahnstein selbst ist eine feste Auflagerung direkt auf den
Zähnen. Vorbeugend sollte man Frettchen viel kauen lassen,
dies ist zu vergleichen mit Zähneputzen. Trockenfutter, Frischfleisch
und Kaustangen eignen sich dafür besonders. Eine nachträgliche
Entfernung des Zahnsteines kann nur unter Narkose vom Tierarzt
durchgeführt werden. Mit der Zeit kann es vorkommen, dass
Frettchen beim wilden Spielen oder durch das Nagen an den Gitterstäben
abgebrochene Zähne bekommen, die teilweise auch absterben
können. Diese färben sich dunkler ein und werden glasig.
Solange diese Zähne dem Tier nicht schmerzen, muss man nichts
unternehmen, allerdings sollte man die Zähne regelmäßig
kontrollieren. Sobald ein Zahn schmerzt oder zerstört ist,
muss dieser in den meisten Fällen gezogen werden.
