Herz-Kreislaufsystem

 

Herz (Cor)

Eines der wichtigsten Organe ist das Herz, es hat eine Größe von ca. 4,5 cm (Umfang ca. 7 cm) und liegt auf der linken Körperseite zwischen der sechsten und siebten Rippe. Das Herz der Fähen wiegt ca. 4 g, bei Rüden sind es bereits ca. 6 g. Ein durchschnittliches Frettchenherz schlägt 160-260 mal pro Minute. Das Herz ist kegelförmig und durch Bindegewebe mit dem Brustbein verbunden. Jede Herzhälfte besteht aus einem Herzvorhof (Atrium) und einer Herzkammer (Ventrikel). Die Herzräume sind durch Herzscheidewände (Septum) getrennt, zwischen dem Herzvorhof und der Herzkammer ist je eine Herzklappe. Diese Herzklappe ist die Segelklappe bzw. Artrioventrikularklappe, auf der rechten Seite ist sie 3-zipfelich und heißt Tricuspicacis, auf der linken Seite ist sie 2-zipfelich und heißt Biruspidacis.

Weitere Herzklappen (Taschenklappen bzw. Semilunarklappen) befinden sich beim Gefäßausgang der beiden Herzkammern. Auf der linken Seite ist es die Aortenklappe, auf der rechten Seite die Pulmonalklappe. Die Klappen verhindern das Zurückfließen des Blutes, somit ist der Blutfluss nur in eine Richtung möglich. Der Körperkreislauf beginnt in der linken Herzkammer und endet im rechten Herzvorhof. Der Lungenkreislauf startet in der rechten Herzkammer und endet im linken Herzvorhof. Grundsätzlich kann man sagen, dass Arterien das Blut vom Herzen wegtransportieren und Venen zum Herzen führen. Weitere Details stehen weiter unten bei "Blutgefäße - Blutkreislauf".

Das Herz arbeitet wie eine große Pumpe, es ist umgeben von Muskelgewebe und einem Herzbeutel (Perikard) aus Bindegewebe, außerdem hat das Herz eine Verbindung zum Zwerchfell. Im Ruhezustand schafft das Herz pro Minte das ganze Blut einmal durchzupumpen, bei einer körperlichen Anstrengung kann die Pumpleistung sogar auf das fünffache erhöht werden. Das Herz hat einen natürlichen Schrittmacher (Sinusknoten), von diesem Punkt aus beginnt der Herzzyklus. Die Erregung wird zum AV-Knoten und anschließend zum His-Bündel geleitet. Diese sitzen zwischen den Herzhälften auf Höhe der Vorhöfe. Die Erregung wird weiter über die Tawara-Schenkel zur Herzspitze geleitet, dort angekommen geht es über die Purkinje-Fasern zurück zum Anfang. Während die Reizerregung durch das Herz geht, werden die Vorhöfe gefüllt, die Kammern lassen gleichzeitig das Blut in den Kreislauf. Sobald die Kammern geleert sind, werden die Klappen zwischen den Vorhöfen und den Kammern geöffnet und das Blut fließt vom Vorhof in die Kammer. Anschließend beginnt der Zyklus von vorne.

 

 

Blutgefäße - Blutkreislauf

Blutgefäße bestehen aus drei Schichten, dem Endothel (der inneren Schicht), die das Gefäß auskleidet und dem Myothel, das aus elastischen Fasern und Muskelzellen besteht. Durch diese mittlere Schicht erhält das Gefäß eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Blutdruck. Die äußere Schicht (Epithel) verankert die Gefäße an ihre Umgebung. Man unterscheidet drei verschiedene Blutgefäße. Arterien sind die Schlagadern, sie führen sauerstoffreiches, kohlenstoffdioxidarmes Blut vom Herzen fort (arterielles Blut). Aorta ist die Hauptschlagader, kleinere Schlagadern heißen Arteriolen. Venen sind Blutadern, die das sauerstoffarme, kohlenstoffdioxidreiche Blut vom Herzen zurück führen (venöses Blut). Venen die kleiner sind heißen Venolen. Beim Lungenkreislauf transportieren Aterien das sauerstoffarme, kohlenstoffdioxidreiche Blut und Venen das sauerstoffreiche, kohlenstoffdioxidarme Blut. Kleinere Blutgefäßäste nennt man Kapillare oder Haargefäße, sie sind die dritte Blutgefäßart. Sie dienen dem Stoffaustausch (Sauerstoffaufnahme / Kohlendioxidabgabe) und stellen die Verbindung zwischen den Arterien und den Venen dar. Frettchen haben im Halsbereich nur eine Arterie, diese verläuft mittig und teilt sich am Anfang des Kopfbereiches. Durch diese anatomische Besonderheit können die Tiere ihren Kopf um ca. 180 Grad drehen.

Der Körper besitzt zwei große Blutkreisläufe, den Körperkreislauf und den Lungenkreislauf. Der Lungenkreislauf hat einen niedrigeren Druck und die Blutgefäße dünnere Blutgefäßwände. Über Pfortadersysteme gelangt das Blut von den Organen wie z.B. dem Verdauungstrakt zur Leber, wo die transportierten Nährstoffe abgegeben werden. Wie der Name bereits vermuten lässt, bringt der Lungenkreislauf das sauerstoffarme Blut von der rechten Herzkammer des Herzens über Arterien zur Lunge, dort angekommen wird Kohlendioxid abgegeben und Sauerstoff aufgenommen. Anschließend fließt das sauerstoffreiche Blut über Venen zurück zum linken Herzvorhof. Vom linken Herzvorhof wandert das Blut in die linke Herzkammer, damit das Blut den Weg des Körperkreislaufs nehmen kann.

Der Körperkreislauf startet von der linken Herzkammer mit sauerstoffreichem Blut, dieses wird durch die Aorta in die anderen Schlagadern transportiert und landet anschließend in den kleineren Arterien. Das Blut geht weiter in die Arterienäste (Arteriolen) und anschließend in die Kapillaren. Hier werden die Körperzellen versorgt, es findet der Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselendprodukten statt. Das nun sauerstoffarme Blut wandert von den Kapillaren in die kleinen Venen (Venolen) und anschließend in die großen Venen bzw. den Hohlvenen. Von hier wird das Blut zurück zum rechten Herzvorhof geführt, das Blut landet in der rechten Herzkammer, der Lungenkreislauf beginnt.

 

 

Blut (Sanguis)

Das Lebenselixier Blut besteht hauptsächlich aus Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten). Zu einer der vielen Aufgaben gehört der Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, Vitaminen, Stoffwechsel-/ Abfallprodukte und Hormonen zu ihrem Zielort, Immunabwehr, Regelung von verschiedenen Körperwerten (z.B. Körpertemperatur, Wasserhaushalt, PH-Wert, osmotischer Druck) und die Wundheilung. Im Blut gibt es noch den Farbstoff Hämoglobin, durch diesen Farbstoff ist das Blut rot, man unterscheidet einen hellen Rotton (sauerstoffreich / arterielles Blut) und einen dunklen kräftigen Farbton (sauerstoffarm / venöses Blut). Geronnenes Blut wird unterteilt in Blutplasma und Blutserum. Blutplasma entsteht bei einer natürlichen Gerinnung (wenn das Blut längere Zeit steht), Blutserum entsteht durch ein Zentrifugieren von Blut. Den beim Blutplasma entstehenden festen Teil nennt man Blutkuchen (besteht aus Fibrin und Blutkörperchen), beim Blutserum fehlen die Fibrinstoffe. Blutplasma ist gerinnbar, Blutserum ungerinnbar.

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen, sie sind rund, kernlos und zeigen keine eigene Bewegung. Sie haben eine hohe Elastizität, können ihre Form ändern und entstehen in der Niere. Ihr Wirkstoff heißt Erythropoetin. Ihre Lebensdauer beträgt 120 Tage, anschließend werden sie entweder in der Milz, der Leber, den Lymphknoten oder im Knochenmark abgebaut. Bei diesem Abbau entsteht der Farbstoff Hämoglobin. Erythrozyten sind hauptsächlich für den Gasaustausch (Sauerstoffaufnahme / Kohlendioxidabgabe) und Transport verantwortlich.

Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen, sie nehmen Fremdkörper, Zelltrümmer, Bakterien, Vieren, Staub o.ä. auf und reinigen somit das Blut. Eine Aufnahme von festen Bestandteilen ist die Phagozytose, von flüssigen Bestandteilen die Pinozytose. Leukozyten sind rund bis tropfenförmig und stellen Antikörper her, je nach Aufbau und Einsatzgebiet unterscheidet man Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten und einige interne Unterteilungen der drei Arten. Leukozyten kommen nicht nur im Blut vor, sondern auch im Gewebe (z.B. Leber, Lunge, Milz, Darmwände). Abgebaut werden sie sowohl in der Milz als auch in der Leber.

Thrombozyten sind die Blutplättchen, sie sind rund bis spindelförmig, haben eine Lebensdauer von 3-5 Tagen und werden im Knochenmark gebildet. Außerhalb der Blutbahn bekommen sie sternförmige Ausläufe und verklumpen (Agglutination). Ihre Hauptaufgabe ist die Blutstillung bzw. Blutgerinnung (Wundheilung).

 

 

 

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