Haut, Hautanhangsorgane und Drüsen

 

Haut (cutis)

Die Haut gibt dem Körper vor vielen Umwelteinflüssen einen gewissen Schutz (Wärme/Kälte, Verletzungen, Krankheitserreger usw.), sie dient ebenfalls als größtes Sinnesorgan (siehe Tastsinn), als Stoffwechselorgan (Regelung des Wärmehaushaltes, Wasserhaushaltes usw.) und übernimmt noch andere Aufgaben. Haut ist grundsätzlich sehr anpassungsfähig. Sie kann sich bis auf ein vielfaches ausdehnen (z.B. durch Fettleibigkeit, Trächtigkeit), Frettchenhaut sollte ohne Krusten, Flecken (außer den Pigmentflecken) und Schuppen sein, während der Ranz wird die Haut bzw. das Fell ölig.

Haut besteht aus drei Schichten, der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis bzw. Corium) und der Unterhaut (Subcutis). In der Oberhaut sind die unterschiedlichsten Epithelgewebsschichten (wie z.B. Hornschicht) vorhanden, sie dient hauptsächlich als Schutzorgan. In der Lederhaut befinden sich die Bindegewebsfasern, Muskulatur, kleinere Blutgefäße und Hautdrüsen (z.B. Talg- und Schweißdrüsen). Frettchen besitzen allerdings keine Schweißdrüsen. Die Unterhaut bildet die Basis der Haut, in ihr befinden sich die großen Blutgefäße, Sinneszellen und Nerven, außerdem ist sie mit Fett angereichert, um die Körpertemperatur besser regulieren zu können. Hier beginnen auch die Hautanhangsgebilde wie z.B. Fell und Krallen.

 

Hautanhangsorgane: Krallen, Ballen und Fell

Krallen, Ballen
Frettchen können ihre Krallen nicht einziehen. Sie bestehen aus einem Platten- und Sohlensegment. Krallen bestehen aus verschiedenen Schichten: der Unterhaut, Lederhaut und Oberhaut. Das Krallenbein ist zusätzlich eine knöcherne Unterlage.

An den Pfoten haben Frettchen Ballen. Dabei handelt es sich um eine Verdickung der Oberhaut (Epidermis) und Unterhaut (Subcutis). Die vorderen kleinen Ballen nahe der Zehen heißen Zehenballen. Die Ballen mittig der Pfote nennt man Schlenballen. An den Vorderpfoten haben die Tiere zusätzlich eine weiter oben gelegene Balle. Dabei handelt es sich um die Fußwurzelballe (Karpalballe).

 

Fell
Ein Fellwechsel findet zweimal im Jahr statt, im Frühjahr (März bis Mai) verlieren die Tiere das Unterfell und erhalten das Sommerfell, im Herbst (Oktober bis November) verlieren sie dieses wieder und bauen derweil Deck- und Unterfell auf. Gerade beim Frettchen kann es vorkommen, dass die Fellfarbe im Sommer eine andere ist als im Winter. Frettchen neigen außerdem zum sogenannten Fettschwanz, dies ist eine fast haarlose, schuppige Rute und tritt beim Frettchen häufig auf. Beim Fellwechsel verstopfen die Haarkanäle mit Talg, dadurch fallen die Haare an der Rute aus.

Haare selbst bestehen aus drei Schichten, die Haarwurzel beginnt im unteren Bereich der Lederhaut. In der Haarzwiebel (Haarpapille) befinden sich die Pigmente (für die Haarfarbe). Der Haarkörper (Haarfolikel, Haarbalg) ragt nach oben zur Oberhaut und geht in den Haarschaft über. Der Haarschaft ist der sichtbare Bereich der Haare. Am Haarkörper enden Talgdrüsen, Nerven und Haarbalgmuskeln an den Haaren. Mit den Muskeln ist es möglich, die Haare aufzurichten (sträuben).

Das Deckfell besteht meistens aus Grannenhaaren und schützt vor Sonnenbestrahlung, Regen und Schnee. Das Unterfell besteht aus Wollhaaren, es hilft die Körpertemperatur zu regeln. Umso besser das Unterfell ausgebildet ist, umso wärmer hält es den Körper. Man unterscheidet folgende Haartypen:

  • Deck- bzw. Fellhaar
    Diese Haare bilden das Hauptfell, je nachdem welche Pigmente in der Haarwurzel enthalten sind, zeigen sie eine unterschiedliche Färbung. Man unterscheidet drei Arten von Deck- bzw. Fellhaaren. Stichhaare sind die kürzesten und kommen hauptsächlich im Gesichtsbereich oder bei sehr kurzhaarigen Tieren vor. Leithaare sind ähnlich wie Stichhaare allerdings dicker. Sie kommen nur selten beim Frettchen vor. Grannenhaare sind länger, weicher und haben an der Haarspitze eine Verdickung.
  • Woll- bzw. Flaumhaar
    Sie sind wesentlich kürzer, weicher und dichter als das Deck- bzw. Fellhaar, sind meistens gewellt und dienen als Unterfell. Im Winter sind sie vermehrter vorhanden als im Sommer. Flaumhaar kommt auch bei den Neugeborenen vor.
  • Borstenhaare
    Kommen hauptsächlich beim Schwein vor, aber auch Frettchen haben Borstenhaare, wie z.B. Wimpern, im Gehörgang und in der Nase. Dabei handelt es sich um besonders steife und dicke Deck- bzw. Fellhaare.
  • Vibrissen (Tasthaare, Schnurrhaare)
    Dies ist eine Sonderform der Haare, Es sind Haare, die wegen den vielen naheliegenden freien Nervenendigungen besonders empfindlich auf Reizeinwirkungen sind und werden bei den Sinnesorganen als Wahrnehmung gebraucht. Vibrissen sind fester, stabiler und länger als das normale Fell und kommen hauptsächlich im Gesicht der Tiere vor. Durch die Vibrissen ist ein Zurechtfinden bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen möglich, anhand der Muskeln können viele Tierarten die Vibrissen aufrichten, um ihre Umgebung aktiv zu erkundigen.

 

Drüsen

Duftdrüsen - Analdrüsen
Diese Drüsen befinden sich am After (leicht unterhalb, auf jeder Seite je eine Drüse). Sie dienen der Kommunikation untereinander, normalerweise werden diese Drüsen bei jedem Kotabsatz entleert, Frettchen entleeren die Drüsen aber auch, wenn sie sehr aufgeregt sind bzw. sich in einer Auseinandersetzung mit Artgenossen befinden. Eine Entfernung der Analdrüsen ist laut dem Tierschutzgesetz in Deutschland verboten und darf nur bei einer medizinischen Notwendigkeit vorgenommen werden.


Talgdrüse

Sie befinden sich an der Haarwurzel beim Haarbalg, der Talg tritt entlang der Haare an die Oberfläche und dient dazu, sowohl Haut als auch die Haare einzufetten und geschmeidig zu halten. Gleichzeitig bieten sie vor Krankheitserregern Schutz.


Schweißdrüse

Normalerweiße dienen die in der Lederhaut sitzenden Schweißdrüsen dazu, die Körpertemperatur zu regeln. Heizt sich der Körper zu sehr auf, reguliert die Haut durch den Schweiß die Temperatur. Frettchen besitzen schlecht entwickelte Schweißdrüsen, aus diesem Grund sind sie sehr hitzeempfindlich und sollten niemals zu lange einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

 

 

 

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