Geschlechtsorgane und Hormone
Allgemeines zum Deckakt und zum Zyklus
Frettchen richten sich an den Tageszyklus der Natur. Sobald die
Tage länger werden (März bis August), schüttet
die Hirnanhangsdrüse ein bestimmtes Hormon aus. Dieses Hormon
ist ein follikelstimulierendes Hormon, die Kurzform lautet FSH.
Es steigert bei beiden Geschlechtern die Paarungsbereitschaft.
Bei der Fähe schwillt die Scheide auf Kirschgröße
an und produziert Schleim. Rüden in der Ranz sind unruhig,
markieren sehr stark und ihre Hoden sind vergrößert.
Der Deckakt selbst dauert nur wenige Minuten, kann sich allerdings
bis zu einer halben Stunde ziehen. Der Rüde verbeißt
sich in das Nackenfell der Fähe und schleift sie durch die
Gegend, diese kreischt dabei. Der Nackenbiss verursacht bei der
Fähe einen Eisprung, eine Aufnahme in die Gebärmutter
findet ca. 39 Stunden nach dem Deckakt statt. Weitere Informationen
stehen bei der Frettchenzucht.

Weibliche Geschlechtsorgane (Organa genitalia feminina)
Sie werden unterteilt in den sichtbaren Bereich, dazu gehören
die Vulva ("Scham" = Venushügel, Schamlippen),
Scheidenvorhof, Schamspalten und Klitoris. Zu den inneren Geschlechtsorganen
gehören die Vagina (Scheide), Gebärmutter (Uterus),
Eileiter und die Eierstöcke. Weibliche Tiere haben 3 Geschlechtsdrüsen.
Die Vulva bzw. Scham wird gebildet vom Venushügel und den
kleinen bzw. großen Schamlippen, die den Scheidenvorhof
umschließen. Der Scheidenvorhof ist der Bereich, wo sowohl
die Harnröhre als auch die Scheide münden. Weiter vorne
liegt die Klitoris, es ist der weibliche Penis und reagiert sehr
empfindlich auf Berührungen.
Der weibliche Zyklus beginnt mit dem Eisprung (Follikelsprung),
das Ei wird von den Eierstöcken über die Eileiter zur
Gebärmutter transportiert. Beim Transport verändert
sich die Eizelle, nun kann die Befruchtung der Eizelle stattfinden.
Bei der Ranz wird die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut. Sobald
die befruchtete Eizelle vorhanden ist, wächst die Gebärmutterschleimhaut
weiter an. Sie dient für die Versorgung der heranwachsenden
Embryonen. Nach der Geburt werden sowohl die Neugeborenen als
auch die Nachgeburt ausgestoßen.
Männliche Geschlechtsorgane (Organa genitalia masculina)
Sie werden unterteilt in den sichtbaren Bereich, dazu gehören
der Penis (mit der Harnröhre) und der Hodensack (Skrotum).
Zu den inneren Geschlechtsorganen gehören die Hoden, Nebenhoden
und der Samenleiter. Männliche Tiere haben 3 Geschlechtsdrüsen,
die bekannteste ist die Prostata. Obwohl die Hoden sichtbar sind,
gehören sie zu den inneren Geschlechtsorganen, da sie im
Bauchraum gebildet werden und erst bei der Geburt in den Hodensack
wandern. Manchmal findet dieser Hodenabstieg nicht richtig statt,
die Hoden bleiben im Bauchraum, in manchen Fällen kommt der
Hodenabstieg später doch noch. Im Penis ist ein Penisknochen
vorhanden, dieser ist "J"-förmig und auf einem
Röntgenbild gut sichtbar. In den Hoden werden sowohl die
Spermien als auch Hormone (Androgene, Testosteron) gebildet. In
den Nebenhoden findet die Reifung bzw. Lagerung der Spermien statt.
Nebenhoden sind mit dem Samenleiter verbunden.