Anschaffung der Frettchen
Vor der Anschaffung
Bevor
Frettchen einziehen sollte man es sich genau überlegen und
es mit allen Mitbewohnern abklären, am besten auch mit dem
Vermieter und den Nachbarn. Frettchen sind an sich nicht meldepflichtig,
doch man kann einigen Ärger vermeiden, wenn der Vermieter
eingewilligt hat und Bescheid weiß. Sobald alle Mitbewohner
zugestimmt haben, sollte man sich noch vergewissern, ob keine
Tierhaarallergie vorhanden ist. Frettchen dürfen nicht einzeln
gehalten werden, sie brauchen sehr viel Platz und täglich
mindestens 4-6 Stunden Auslauf um sich auszutoben. Sollten bereits
weitere Tiere in der Wohnung leben, sollte darauf geachtet werden,
dass Hunde keinen Jagdinstinkt haben und vor allem, dass Frettchen
mit Nagetieren, Aquarium bzw. Terrarium schlecht zusammen gehalten
werden können. Sollte in der Nähe ein erfahrener Frettchenhalter
wohnen, ist es sehr sinnvoll, diesen aufzusuchen, um die Tiere
in real zu sehen. Dort kann man auch feststellen, ob man mit dem
Eigengeruch der Frettchen klar kommt.
Bevor die Tiere einziehen, sollte der Frettchenkäfig bereits
stehen, die Wohnung abgesichert sein und genügend Futter
vorrätig sein. Genauso wichtig ist es, dass der zukünftige
Tierhalter über Frettchen Bescheid weiß, dazu gehört
die artgerechte Haltung, die benötigte Ernährung, das
Verhalten und gesundheitliche Fragen über Pflege und Vorsorge.
Vor der Anschaffung sollte man möglichst bereits einen Tierarzt
gefunden haben, der sich mit Frettchen auskennt und jemanden,
der die Tiere bei einem Krankheitsfall oder im Urlaub pflegen
kann. Frettchen sollten einmal jährlich geimpft werden. Sie
werden bis zu zehn Jahre alt. Umso älter die Tiere werden,
umso wahrscheinlicher ist es, dass die Tiere wegen einer Krankheit
zum Tierarzt müssen. Jeder Tierarztbesuch kostet Geld, gerade
wenn das Frettchen an etwas Ernstem erkrankt, ist man schnell
einige Euro los.
Ob
man sich Rüden (männliche Frettchen) oder Fähen
(weibliche Frettchen) anschafft ist jedem selber überlassen.
Rüden werden größer und sind meistens verschmuster
und lieber. Fähen sind kleiner und meistens frecher, aktiver
und wilder als Rüden. Wichtig ist nur, dass die Frettchen
zum zukünftigen Tierhalter passen. Am besten ist es, wenn
man sich mehrere Züchter, Tierheime, Frettchenhilfen und
Privatpersonen anschaut, um ein Bild über die Frettchen zu
bekommen und die passenden Tiere zu finden. Die Tiere sollten
freundlich und neugierig auf einen zukommen. Das Tier sollte keinen
anfauchen oder Angst haben auf den Arm genommen zu werden, außerdem
sollte das Tier einen gesunden Eindruck machen. Verklebte Augen
und stumpfes, dreckiges Fell, das einen hohen Fellverlust zeigt,
sprechen nicht gerade dafür. Die Ohren sollten sauber sein,
die Krallen nicht besonders lang und sauber, die Aftergegend möglichst
sauber und ohne Verschmutzungen sein. Gerade für Frettchenneulinge
ist es besser, wenn man sich ältere Frettchen holt. Welpen
müssen erst einmal erzogen werden, dies bedarf einer erfahrenen
Hand. Außerdem ist der Charakter bei älteren Tieren
bereits geprägt, bei Welpen noch nicht. Jungtiere zwicken
beim Spielen gerne einmal in die Finger, vor lauter Übermut
und um zu testen, wie weit sie gehen dürfen. Außerdem
sind Welpen in den seltensten Fällen stubenrein. Die meisten
älteren Frettchen, die abgegeben werden, sind bereits kastriert,
so spart man sich diese Kosten zusätzlich.
Aber auch der frühere Tierhalter sollte einen guten Eindruck
machen. Wie seine Tiere gehalten werden, welches Futter sie bekommen
und wie gut seine Kenntnisse mit der Tierart sind, können
eine große Rolle spielen. Frettchen aus einer schlechten
Haltung, mit einer mangelhaften Ernährung oder die ein mangelndes
Vertrauen zum Menschen haben, können später Probleme
bereiten. Wie schon einmal erwähnt, kosten Frettchen Geld.
Als Anschaffungskosten kommen neben den normalen Abgabegebühren
noch die Erstanschaffung von einem Käfig und Zubehör
dazu. Bei gesunden Tieren bleiben die Tierarztkosten beim jährlichen
Impfen und einem gelegentlichen Entwurmen, Jungtiere sollten mit
dem richtigen Alter auf jeden Fall kastriert werden. Mehr dazu
bei Vorsorge.
Bei kranken Tieren können allerdings die Tierarztkosten einen
dreistelligen Bereich erreichen. Tägliches Futter, gelegentliches
Frischfleisch und Leckereien sollten in die Kostenplanung ebenfalls
eingeplant werden.

Anschaffungskosten
Eine detailierte Kostenaufstellung ist im Unterpunkt Haltung
zu finden.
Der Frettchenkauf
Sobald es wirklich sicher ist, dass Frettchen einziehen sollen,
geht es nur noch darum, woher man sich die Tiere holt. Am sinnvollsten
ist es, wenn man sich bei verschiedenen Anlaufstellen meldet,
um zu sehen, wo welche Frettchen abgegeben werden.
Frettchenzüchter
Bei einem Frettchenzüchter gibt es Welpen, wo man sich normalerweise
die Elterntiere anschauen kann. Wie bereits erwähnt ist es
allerdings für Frettchenanfänger leichter, sich ältere
Frettchen anstelle von Welpen zu holen. Da es viele Hobbyzüchter
gibt, sollte man sich die bisherige Haltung, Ernährung und
den allgemeinen Umgang mit dem Tier genau anschauen. Ein guter
Frettchenzüchter gibt seine Welpen nur geimpft, entwurmt,
gechipt und mit Schutzvertrag ab. Bei seriösen Züchtern
erhält man zusätzlich einen Stammbaum, wo die Eltern,
Großeltern und Ureltern genannt werden. Somit kann man sicher
sein, dass es keine Inzucht ist. Ein gelegentlicher Kontrollbesuch
wird häufig unternommen. Den Züchter kann man auch fragen,
ob bei den Elterntieren oder bei Welpen mit der gleichen Verpaarung
Krankheiten, Gendefekte oder sogar Todesfälle vorliegen.
Private Halter
Abgabetiere von Privatpersonen kann man meistens direkt bei diesen
abholen. Hier sollte man erfragen, wie die bisherige Haltung und
Ernährung war und was der Abgabegrund ist. Genauso wichtig
zu erfragen ist es, ob die Tiere geimpft, entwurmt und gechipt
sind. Ansonsten sollte man sich die Tiere genau anschauen, wie
die soziale Kontaktaufnahme zum Menschen ist.
Tierheim
Frettchen die im Tierheim sind, werden meistens aus Platzgründen
in einem viel zu kleinen Gehege gehalten. Da auch andere Tierarten
auf einen neuen Platz warten, haben die Tierpfleger kaum Zeit,
sich um jedes Einzeltier zu kümmern. So bleibt der menschliche
Kontakt meistens aus und die wichtige soziale Bindung und das
Vertrauen zum Menschen kommen viel zu kurz.
Frettchenhilfe
Bei einer Frettchenhilfe bekommt man Frettchen von erfahrenen
Haltern. Dieser kennt seine Frettchen genau und weiß, welche
Tiere für Frettchenanfänger geeignet sind und welche
nicht. Aber trotzdem sollte man darauf achten, wie die Tiere gehalten
werden und wie der soziale Kontakt zum Menschen ist. Denn auch
bei Frettchenhilfen gibt es leider schwarze Schafe. Eine gute
Frettchenhilfe gibt die Tiere nur geimpft, entwurmt und kastriert
ab. Ein Schutzvertrag spricht ebenfalls für eine gute Frettchenhilfe.
Viele wollen die neue Umgebung der Tiere sehen oder machen später
einmal einen Besuch. Bei den meisten Abgabetieren ist zudem bekannt,
woher sie stammen, wie die frühere Haltung war und was der
Abgabegrund gewesen ist.
Zoogeschäft
Diese Anlaufstelle sollte man möglichst meiden. Meistens
kommen die Frettchen von irgendwelchen Züchtern aus dem In-
oder Ausland, wo die Frettchen wie an einem Fliesband gezüchtet
werden. Im Zoogeschäft selber werden die Tiere in viel zu
kleinen Gehegen gehalten, bis sie verkauft werden. Der menschliche
Kontakt kommt dabei leider viel zu kurz, so das die meisten Frettchen
kaum ein gesundes Vertrauen zu Menschen aufbauen können.
Die Elterntiere bleiben unbekannt, genauso wie die bisherige Haltung
der Tiere.

Die Eingewöhnung
Wenn der Tag des Einzuges endlich gekommen ist, sollte bereits
eine Transportbox vorhanden sein. Mit dieser Transportbox, ausgelegt
mit einer Decke, können die Tiere problemlos vom Züchter,
Tierheim, Frettchenhilfe oder von Privatpersonen abgeholt werden.
Daheim angekommen sollte bereits das bekannte Futter und Wasser
frei zugänglich sein. Vertrautes Katzenstreu kann helfen,
dass die Frettchen schneller und leichter stubenrein werden. Die
Tiere brauchen erst einmal ihre Eingewöhnungszeit, in der
sie alleine ihr neues Zuhause erkundigen können. In dieser
Zeit sollte man die Frettchen erst einmal in Ruhe lassen. Sobald
die Tiere ihre neue Umgebung erkundigt haben, kann man mit der
Kontaktaufnahme beginnen. Am besten von Anfang an immer mit den
Tieren reden, so lernen sie die Stimme kennen, dies baut eine
Vertrauensbasis auf. In den folgenden Tagen sollte man sich viel
mit den Tieren beschäftigen, mit ihnen reden, sie beim Namen
nennen und streicheln, damit die Tiere ihre neue Bezugsperson
besser kennenlernen. Diese Prozedur gibt den Frettchen einen sicheren
Halt und ein Gefühl von Zuneigung und Geborgenheit. Somit
ist es für die Tiere einfacher, sich in der neuen Umgebung
wohl zu fühlen und sie werden schnell zahm. Allerdings sollten
die Tiere nicht geweckt werden, wenn sie schlafen. Gerade zur
Eingewöhnungszeit können die Frettchen ruhig häufiger
mit Leckereien und Paste verwöhnt werden. So betrachten sie
die fütternde Hand als etwas Positives.
In den ersten Tagen sollte es erst einmal vermieden werden, ständig
Besucher im Haus zu haben, welche die Tiere betrachten wollen.
Dies bringt nur Unruhe hinein, die Tiere sollten erst einmal in
Ruhe ihre neue Umgebung mit ihrer neuen Familie kennenlernen.
Genauso sollte es erst einmal vermieden werden, mit den Frettchen
spazieren zu gehen. Dafür ist in den folgenden Jahren noch
genug Zeit.
